Türkeifahrten des PFH

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Im Schuljahr 2016/ 2017 besuchten sowohl eine Profilkursgruppe von Studierenden mit den beiden anleitenden Kolleginnen Andrea Oppmann und Andrea Nagel als auch die beiden Kolleginnen Ulla Klein und Charlotte Oesterreich die Türkei. Die Studierenengruppe wurde wie jedes Jahr von der Stiftung Umverteilen unterstützt, während die beiden Kolleginnen mit VETPRO, dem Bildungsprogramm für Lehrer und Lehrerinnen der EU, unterwegs waren. Am 11. Oktober trafen sich Kolleginnen und Kollegen des PFH, sowie einige Studierende, um die Besuche auszuwerten und die Situation in der Türkei in Bezug auf Bildungsreisen des PFH zu debattieren. Gerd Henker von der Stiftung Umverteilen nahm als Gast an der Auswertungsrunde teil. Karl- Heinz Kirchherr, der am PFH die VETPRO- Bildungsreisen jedes Jahr organisiert, leitete die Runde ein und übergab dann zuerst an Ulla Klein und Charlotte Oesterreich. Die beiden Kolleginnen hatten Istanbul besucht und auch Einrichtungen in den Außenbezirken gesehen. Ihr Programm sah vor, auch eine ehemalige Studierende des PFH zu besuchen, die ihr 5 Monatspraktikum mit Erasmus+ in Istanbul absolviert hatte und jetzt dort in einer englisch- türkischen Einrichtung in Istanbul arbeitet. Sie berichteten von ihren Besuchen in verschiedenen Einrichtungen (der Bericht ist einsehbar unter Europa- Schwerpunkt und dort: Aufenthalte der Dozenten) und von ihren Eindrücken von Istanbul, das zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Abstimmung zu Erdogans Referendum stand. Interessant war für sie auch die Sorge sowohl der ehemaligen Studierenden als auch einer jungen deutschen Doktorandin, die in Istanbul eine wissenschaftliche Untersuchung über zurückgekehrte junge Türkinnen erarbeitet, ob es wohl nach einem JA für das Referendum für Deutsche weiterhin möglich sein würde, unbehelligt in der Türkei leben und arbeiten zu können. Die Kolleginnen wurden in Istanbul auch häufig auf der Straße angesprochen, um ihnen zu versichern, dass es viele Menschen in der Türkei gibt, die mit NEIN stimmen würden.
Andrea Nagel berichtete dann von der Reise des Profilkurses. Studierende und die beiden Kolleginnen waren im Vorfeld durchaus verunsichert, ob sie angesichts der beunruhigenden Nachrichten aus der Türkei überhaupt fahren sollten. Sie entschieden sich dann, Istanbul als Reisebeginn in diesem Jahr ausfallen zu lassen und direkt nach Izmir zu fliegen, wo sie über die Stiftung Umverteilen und frühere Besuche Kontakte hatten. Sie sahen ein Stadtteilprojekt für Frauen vorwiegend kurdischer Herkunft, besuchten die Yasar- Universität und eine Vorschule in Karsiyaka. Danach fuhren sie ans Meer in die Begegnungsstätte Afacan und machten einen Ausflug nach Bergama, das früher Pergamon hieß und ein berühmter Ausgrabungsort ist. Andrea Nagel – Kunstlehrerin – nutzte die Gelegenheit, um die Studierenden zum Zeichnen eines Ausblicks ihrer Wahl zu ‚verführen‘. Schließlich besuchte die Gruppe eine Grundschule für deren Kinder sie kleine Projekte vorbereitet hatten, um sie näher kennen zu lernen. Wenn auch die Sprache eine große Hürde darstellt, ist das gemeinsame Tun meistens ein Türöffner. Nähere Einzelheiten können Sie im Bericht der Gruppe nachlesen unter „Europa- Schwerpunkt“ und dort „Interkulturelles Lernen/ Türkeireise. Sowohl die Studierenden als auch die Kolleginnen waren froh, sich für die Reise entschieden zu haben, da sie die Menschen als offen und ihnen zugewandt erlebt haben. Dennoch waren sie auch beeindruckt von den vielen türkischen Fahnen und den Portraits von Erdogan, die Atatürk – der sonst omnipräsent ist – in den Hintergrund treten ließen. Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort wünschten sich weiterhin den Austausch, um nicht von den Ideen anderer Länder abgeschnitten zu werden.
Im Anschluss erläuterte Gerd Henker von der Stiftung Umverteilen, dass die Arbeit mit der Türkei durch die Ereignisse vor Ort stark zurückgegangen sei, gab es früher 14 Reisegruppen von Schülern aus Berlin, so gab es in diesem Jahr nur noch 3. Auch die Begegnungsstätte Afacan wurde in diesem Jahr nicht gut ausgelastet, obwohl gerade hier auch Gruppen aus der Türkei mit unterschiedlichen Auffassungen willkommen sind, um Diskussionen zu fördern. Die Stiftung will diesen Partner nicht aufgeben und hat sich noch 3 – 4 Jahre der Beobachtung der Situation gegeben.
In der anschließenden kurzen Diskussion wurde deutlich, dass es sinnvoll wäre, erneut über die Motivation zu beraten, warum es sinnvoll erscheint, in die Türkei zu reisen. Die Schule sieht diese Reise als Teil ihres Europa- Programms und sieht sich dem Teil der Bevölkerung verbunden, der sich Austausch und Diskussion wünscht. Frau Lauffer wies darauf hin, dass die Reise ihren Ursprung in einer einwöchigen werkpädagogischen Aktivität hatte, in der Menschen vor Ort tatkräftig unterstützt wurden, und einer anschließenden einwöchigen Erkundung der Westtürkei. Später wurden daraus Besuche von pädagogischen Einrichtungen und kleine Projekte für Kinder. Hintergrund war der Gedanke, türkische Mitbürger in Berlin und deren Kultur besser kennen zu lernen, um später in der pädagogischen Arbeit mit mehr Sachverstand reagieren zu können. Daraus entwickelte sich der Gedanke überhaupt interkulturelles Lernen in den Mittelpunkt zu stellen und den Schwerpunkt Türkei als Beispiel für eine andere Kultur zu sehen. Da der Kurs durchaus einem Wandel seit seiner Begründung unterlegen ist, der auch mit der veränderten politischen und sozialen Situation und neuen Sichtweisen zusammenhängt, scheint es sinnvoll in einem inzwischen mit neuen Kolleginnen und Kollegen besetzten Kollegium erneut eine Diskussion aufzugreifen und mit neuen Gedanken fortzuführen.
Monika Baumgarten

Hier finden Sie den Bericht zur Auswertung der Auslandsaufenthalte der Dozenten am PFH:

Aufenthalte in Europa : Fachkräfte 21.3.17

Den Bericht zu einem Aufenthalt in der Türkei Anfang April 2017 von Ulla Klein und Charlotte Österreich können Sie hier aufrufen:

2. Istanbul-Bericht 7-7-2017-1

Den ausgezeichneten Bericht zur Kooperation mit GB von Anke Brandt finden Sie hier:

GesamtberichtAnnTaylerundESMS20.3.2017

Einen Bericht über einen Aufenthalt in Lyon/ Frankreich von Ulla Klein und Christian Schubert lesen Sie unter :

Bericht Lyon 2016

Unter dem Unterpunkt Auswertungen – Interviews – Vorträge finden Sie 2 weitere Berichte zur Zusammenarbeit mit Lyon.

Weiter unten finden Sie 2 weitere Berichte zu Finnland 2016  und Schweden 2014

 

Am 21.3.2017    um 15.30   findet ein Treffen zur Auswertung zurückliegender Auslandsaufenthalte des Berufsbildungspersonals in Haus 1 statt. Besonders eingeladen sind Fachkräfte aus der Schule und den Praxiseinrichtungn des PFH, die noch nicht am Ausbilderaustausch teilgenommen haben.  Hier bietet sich die Gelegenheit zu erfahren, welche interessanten Fortbildungsaspekte ein Ausbildungsaufenthalt bietet und welche Möglichkeiten zur Durchführung eines Auslandsaufenthaltes bestehen.

Im Schuljahr 2015/16 haben 8 Kolleginnen und Kollegen an Auslandsfahrten zu Studienzwecken teilgenommen. In diesem Jahr konnten jeweils 2 Dozenten  Fahrten nach Turku in Finnland, Lyon in Frankreich, Bologna in Italien und Istanbul und Izmir in der Türkei realisieren.

Flag_of_EuropeKofinanziert durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union.

Eine erste Teil – Auswertung fand auf der  Gesamtkonferenz am 3.3.2016 statt.

Als Link können Sie hier Berichte von Kolleginnen und Kollegen einsehen, die in der Regel zu zweit Studienfahrten unternommen habe

Reisebericht Finnland 2016 – 2 

Schwedenbericht Nov. 2014